AGORA zu Gast in Straßburg: Cybersicherheit, Digitalisierung und Bürokratieabbau unter anderem im Fokus
Am 14. und 15. Oktober 2026 trafen sich die Mitglieder der europäischen Terminalplattform AGORA zu ihrem dritten Workshop des Jahres in Straßburg. Gastgeber war Rhine Europe Terminals (RET) zusammen mit dem Hafen Straßburg. Im Mittelpunkt des zweitägigen Treffens standen aktuelle regulatorische Anforderungen, technische Entwicklungen und der Erfahrungsaustausch zum Betrieb intermodaler Terminals.

Ein Schwerpunkt des Workshops lag auf den Herausforderungen durch neue gesetzliche und regulatorische Anforderungen. Die Ergebnisse einer AGORA-Mitgliederbefragung zu NIS2 und KRITIS boten die Grundlage für einen intensiven Austausch über Cybersicherheit und die Resilienz von Terminalanlagen. Darüber hinaus wurden die europäische Maschinenrichtlinie bzw. Maschinenverordnung sowie die Anforderungen an betriebliche Beauftragte, beispielsweise im Immissions-, Störfall- und Abfallbereich, diskutiert.
Ein weiteres zentrales Thema war die Digitalisierung der Terminalprozesse. Anhand einer AGORA-Mitgliederbefragung zu OCR-Gate-Lösungen wurden der aktuelle Einsatz automatisierter Erkennungssysteme an Straßen- und Schienenzugängen, deren Funktionsumfang sowie die bisherigen Erfahrungen der Terminalbetreiber diskutiert. Dabei zeigte sich, dass die automatische Erfassung von Ladeeinheiten bereits weit verbreitet ist, während insbesondere bei der automatisierten Schadenserkennung noch Weiterentwicklungspotenzial besteht.
Darüber hinaus wurde der Bürokratieabbau im Kombinierten Verkehr thematisiert. Anhand konkreter Praxisbeispiele diskutierten die Teilnehmer den zunehmenden administrativen Aufwand, langwierige Genehmigungsverfahren und die Auswirkungen auf Investitionen und die Weiterentwicklung von KV-Terminals. Auch die angespannte Situation bei der öffentlichen Förderung des Kombinierten Verkehrs wurde angesprochen.
Neben den Fachthemen bot der Workshop erneut Raum für den direkten Erfahrungsaustausch zwischen den Terminalbetreibern, unter anderem zu Betriebssicherheit, Umschlagtechnik und dem Umgang mit extremen Wetterereignissen.
Ein besonderes Highlight war die Vorstellung von Ports de Strasbourg und Rhine Europe Terminals sowie die anschließende Hafen- und Terminalbesichtigung per Schiff, bei der die Teilnehmer Einblicke in die trimodalen Umschlagaktivitäten am Oberrhein erhielten.

Mit dem Treffen in Straßburg ging das AGORA-Workshopjahr 2026 zu Ende. Auch 2027 wird die Plattform den grenzüberschreitenden Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen europäischen Terminalbetreibern fortsetzen. Ein herzlicher Dank gilt Rhine Europe Terminals und Ports de Strasbourg für die Gastfreundschaft und die Organisation des Besuchs sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die offenen und konstruktiven Diskussionen.